Aufräumen!

Analog und digital aufräumen wie Marie Kondō.

Vor ein paar Wochen wollte ich mal gucken, was ich mittlerweile für Software und Services im Bereich Arbeiten, Verwalten und Freizeit so ausgebe. Da wurde mir schnell ganz anders zumute, denn da kamen ein paar hundert Euro im Jahr zusammen. Also habe ich mich hingesetzt und geschaut, was ich davon vielleicht nicht mehr wirklich nutze und was sich mit Apple-eigenen Programmen vielleicht ebenso gut erledigen lässt. Außerdem nutze ich ja seit Erscheinen des Software-Abos von Setapp diesen Dienst und da sind ja inzwischen auch für fast jeden Bereich Programme dabei. Reduktion ist also das Thema, aber es ist dann doch nicht so einfach, wie man erst einmal denkt. Mit Klamotten im Schrank ist es ja ähnlich.

Zum Aussortieren stelle ich mir immer zwei Fragen: Benutze ich das noch? Habe ich das im letzten Jahr benutzt? Sollte die erste Frage ein Vielleicht sein, bringt die zweite Frage oft die Entscheidung, bei einem Nein ist das ein Kandidat zum Entsorgen. Neu – durch mein Setapp-Abo stelle ich mir die Frage: Gibt es das auch bei Setapp? Gibt es sonst etwas Vergleichbares in meinem Besitz? Ist die Antwort bei einem von beiden ja, dann wird die Ursprungs-Software entsorgt.

Soweit so leicht. Bei einigen Programmen und Arbeitsweisen geht es dann noch um die Optimierung/Verbesserung von Arbeitsprozessen. Da kommt es oft genug zu unbefriedigenden Hin- und Her- Entscheidungen. Der Klassiker hier: OmniFocus oder Things!

Aber erst stellt sich natürlich die Frage um welche Bereiche in der täglichen Arbeit am Rechner es denn überhaupt geht? Außerdem spielt auch das iOS eine immer wichtigere Rolle in der Entscheidung welche Software ich benutze. Gibt es die gewählte Software für alle Betriebssysteme die ich benutze? Wenn nein, dann gibt es aber vielleicht ein Webinterface als Ersatz für die App? Was muss überhaupt überall verfügbar sein? Worauf brauche ich nur am Desktop Zugriff? Wie sichere ich die Daten? Können die verwendeten Daten exportiert und in anderen Apps genutzt werden?

Darum wird es in diesem Teil meines Blogs und in den noch folgenden gehen. Dabei wird es interessant werden, wohin die Reise geht, denn ich schreibe das hauptsächlich, um mir selbst darüber klar zu werden, was ich brauche und wie ich mit den verbliebenen Produkten umgehe. Also, los gehts.

Zu Anfang erst einmal eine Auflistung der Bereiche, um die es sich hier drehen soll:

  1. Tagesplanung
    1. Kalender
    2. Kontakte
    3. Listen
  2. Informationsbeschaffung und Verarbeitung und Lernen
    1. Internetbrowser
    2. E-Mail
    3. Textnachrichten
    4. Printmedien
    5. Multimediainhalte
    6. Schriftverkehr
    7. Briefe
    8. Mails
    9. Textnachrichten
    10. Ablage
    11. Digital
    12. Analog
  3. Datei- und Prozessoptimierung (ein eigener, mittlerweile sehr zeitintensiver Bereich)
  4. Die ganzen Hilfsmittel/-progarmme, die Aufwand und Zeiten optimieren sollen

1. Tagesplanung

Für die Tagesplanung geht es ja letztendlich darum, dass ich weiß, was an jedem Tag zu tun ist. Durch meine Vollzeitbeschäftigung bleibt da aber realistisch nicht viel Zeit für andere Dinge. Dadurch ist es um so wichtiger, die Dinge, die getan werden müssen, auch wirklich zu tun und sich nicht mit Gedanken, was getan werden könnte, abzulenken. Das bedeutet ich muss täglich eine Liste mit Dingen haben, die unbedingt gemacht werden müssen, gleichzeitig muss auch auf einen Blick erkennbar sein – falls noch Zeit und Lust vorhanden ist – was getan werden könnte. Und das ist komplizierter umzusetzen als es erst einmal klingt.

Das einfachste sind natürlich die festen Termine und Ereignisse. Dann steht da quasi von morgens um 8:00, wenn ich das Haus verlasse bis Abends um 19:15, wenn ich wieder zu Hause ankomme mein Vollzeitjob. Aber auch in dieser Zeit gibt es natürlich – eingeschränkt – Möglichkeiten, Dinge zu erledigen. Das schauen wir uns später noch an. Somit bleiben die Zeiten vom Aufstehen bis zum Weggehen um 8:00 und von 19:15 bis zum zu Bett gehen, um noch Dinge zu erledigen.

Jetzt kommt ein wichtiger Block: Prioritäten setzen! Was ist mir wichtig im täglichen Leben und sollte bei der Entscheidung für meine Zeitplanung immer an erster Stelle stehen? Bei den Entscheidungen kann man gut auf die Eisenhower Matrix zurückgreifen . Also erst einmal die Dinge erledigen bzw. terminieren, die wichtig und dringend sind, dann werden die wichtigen, aber nicht dringenden Sachen zeitlich eingeplant. Auch wichtig: Alles was dringend, aber nicht so wichtig ist kann eventuell auch delegiert werden (wenn keiner da ist, muss man es natürlich selbst machen). Bleiben noch die >Sachen, die nicht wichtig und nicht dringend sind: Entweder streicht man diese Aufgaben oder macht sich eine Liste mit dem schönen Titel „Irgendwann/Vielleicht“.

Wie erfasst man aber diesen Wust an Aufgaben und Terminen? Die Vorschläge dafür bearbeitet mittlerweile ja mittlerweile eine ganze Industrie an Coaches, Buchautoren, Bloggern und VJs. Es gibt fast wöchentlich irgendwas Neues und alles basiert irgendwie auf David Allens Kultbuch „Wie ich die Dinge geregelt kriege“. Dieser hat aber natürlich auch nicht das Rad neu erfunden, sondern auf verständliche und einfache Art zusammengetragen, was es an wissenswerten Informationen zu diesem Thema in den vielen Jahren davor bereits von den unterschiedlichsten Stellen zu hören/lesen gab. Trotzdem ein Buch, das man unbedingt mal gelesen haben sollte.

In der vordigitalisierten Welt hat man alles auf unterschiedlichen Listen aufgeschrieben und diese dann in bestimmten Intervallen durchgearbeitet, abgearbeitet und aktualisiert. Wie genau das geht, sollte jeder wirklich einmal in dem Buch nachlesen. Das alles läuft unter dem Begriff GTD (im Englischen heißt das eben „Getting Things Done“) und wenn man GTD mal im Internet in einer Suchmaschine seiner Wahl eingibt wird man sehen, welche Mengen an Informationen zu diesem Thema kursieren. Der entscheidende Grundgedanke ist – zusammengefasst – dieser: Ich schmeiße einmal alles was so rumfliegt – physisch und psychisch – zusammen, in Behältern, Kartons, und auf Papier und arbeite dann alles durch. Was weg kann, wird auch gleich entsorgt, was innerhalb von 2 Minuten erledigt werden kann, wird sofort erledigt und der Rest wird auf Listen für die unterschiedlichen Lebensbereiche aufgeschrieben und eventuell zeitlich festgelegt.

Will ich Aufgaben dann erledigen ist der Kontext das entscheidende. Sitze ich z. B. Morgens in der Bahn auf dem Weg zu meinem Arbeitsplatz und habe noch 20 Minuten Zeit und Lust etwas zu erledigen, dann würde das Durchblättern vielleicht dutzender Listen zu lange dauern, sondern ich möchte dann einfach sofort sehen was ich jetzt machen könnte, wenn folgende Begebenheiten zutreffen: Zeitaufwand = < 20 Minuten, Internet/Datenverbindung = vorhanden, Werkzeug = Smartphone, Stift und Notizbuch. Ich könnte also z. B. ein oder mehrere Telefongespräche führen, im Internet einen Artikel bearbeiten, ein Buch lesen, Mails oder Nachrichten lesen oder schreiben, eine Meditation starten etc. Bin ich gerade im Einkaufszentrum, dann wäre eine Liste mit Dingen nützlich, die ich einkaufen wollte. Bin ich Abend nach Feierabend zu Hause und habe noch eine Stunde Zeit, dann kann ich vielleicht den verstopfen Abfluss säubern, oder den Wäschekorb sortieren und eine Maschine Wäsche waschen. Für mich als Vollzeitarbeitnehmer ist das der entscheidende Punkt, den eine effektive Aufgabenverwaltung leisten muss. Und da wird dann auch schnell sichtbar, warum das zwar analog und digital funktionieren kann, aber nur digital mit ein paar Klicks zeitsparend machbar ist.

Die letzten Jahre habe ich meine Listen ausschließlich digital verwaltet (zur Software komme ich noch). Seit ungefähr eineinhalb Jahren arbeite ich „hybrid“. Das heißt, ich führe zusätzlich noch ein Buch und führe das frei nach der Bullet-Journal-Methode. Ich glaube, erst damit bin ich „angekommen“, nicht nur, weil viele Dinge, die auf mich am Tage „einprasseln“ so wesentlich schneller erfasst werden können, sondern es macht auch Spaß und strahlt so eine gewisse Wertigkeit für mich aus. Das handschriftliche hat etwas weniger flüchtiges an sich, so mein Empfinden.

Ich habe da auch kein festes System, was in meine digitalen Listen kommt und was ich handschriftlich erfasse. Es gibt aber ein paar Themen, die ich gleich digital erfasse (z. B. Wenn ich aus irgendwelchen digitalen Inhalten eine Aufgabe oder ein Projekt erstelle) bzw., wenn ich nur kurz etwas zwischendurch erfassen will, woran ich noch denken muss, dann landet das meist in meinem Bullet-Journal. Wichtig ist nur, das man immer alles sichtbar hat und weiß, was erledigt ist und was nicht. Das gilt aber erst recht fürs Digitale und nennt sich im GTD-Workflow „Review“ und stellt das wichtigste Werkzeug für die Abarbeitung der Projekte und Aufgaben dar. Hier trennt sich im GTD auch schnell die Spreu vom Weizen, denn wer das vergisst oder ignoriert kann auf Dauer kein zuverlässiges System aufbauen und pflegen. Denn nur mit einer regelmäßigen Überprüfung meiner Projekte und Aufgaben kann ich mich darauf verlassen, nicht den Faden zu verlieren. Die Zuverlässigkeit meiner Aufgabenverwaltung ist daher der entscheidende Punkt zum entspannten und glücklichen weiterkommen.

Soweit der erste Teil, im nächsten Teil stelle ich dann mein aktuelles System vor und erkläre, wie ich dazu gekommen bin und wo es noch hingehen soll. Dabei werde ich auf viele unterschiedliche Möglichkeiten eingehen und ein paar der wichtigsten Systeme vorstellen.

Meine Fahrmaschine: Tern Verge s8i. Teil 2.

Nach knapp einem Monat Fahrspaß mal kurz eine Zusammenfassung der Ereignisse. Radfahren in Hamburg ist nicht ganz ungefährlich. Zum Teil muss man sich da wirklich überwinden und einfach weitertreten. Aber man gewöhnt sich und bislang habe ich eher Probleme mit anderen Radfahrern und weniger mit den Autofahrern. Die Biker hier fahren alle wie die Henker, egal ob Männlein oder Fräulein. Immer Full-Speed und ohne Rücksicht auf Verluste. Sogar ohne Helm. Ich bilde mir eigentlich ein, dass ich nicht langsam unterwegs bin, aber es rauschen andere nur so rechts und links an mir vorbei. Wenn ich mal vorne an einer Ampel stehe, kann ich davon ausgehen, dass sich gleich mehrere noch vor mich stellen, jeder möchte noch ein Stück weiter vorne stehen um der/die erste zu sein.

e-Scooter ahoi!

Seit ein paar Wochen kommen jetzt auch noch die e-Scooter-Leute dazu, dann wird’s ganz unheimlich. Zum Glück fahren viele auf dem Bürgersteig – was sie ja nicht dürfen. Schlimm sind aber tatsächlich die Fahrradwege – so vorhanden – im Stadtgebiet. Auf meinen Strecken gibt es nur wenige und diese gleichen oft einer Huckelpiste. Ein Hoch auf meine Ballonreifen, die schlucken da so einiges weg. Ansonsten gehts einfach auf die Straße, wo aber kein Platz für Auto und Fahrrad zugleich ist. Oder man muss auf kombinierten Fußgänger-Räder-Wegen fahren, wo eben auch kein Platz für beide zusammen ist. Ich brauche jedenfalls noch eine lautere Klingel.

Ladung.

Vom Equipment habe ich jetzt einen Helm von Poc, der leicht, gut geformt und auch sicherheitstechnisch nicht schlecht ist. Dann habe ich endlich eine Gepäckträgertasche gefunden, die passt und in die ich meine wichtigsten Sachen für den Tag reinbekomme. Nur den Helm nicht. Für den habe ich nun extra noch einen kleinen und leichten Rucksack von booq dabei. Den habe ich schon sehr lange und der ist dafür perfekt. Die Gepäckträgertasche ist von Ortlieb und ist wasserdicht und mit einem Schnellschließsytem ausgestattet. So kann man die auch auf dem Gepäckträger belassen, wenn man kurz irgendwo reingeht. Man kann an meinem Tern auch Seitentaschen verwenden, allerdings wollte ich das plötzlich nicht mehr, nachdem ich anfangs diese Lösungen am besten fand.

Überall Schweiß.

Warum keinen normalen Rucksack? Ich bin ja leider ein tüchtiger Schwitzer, schon vom normalen gehen schwitze ich im Sommer wie ein Schwein (warum sagt man das eigentlich?) und mit einem Rucksack auf dem Rücken wird das nicht besser. Das ist auf dem Rad sehr unangenehm, aber es stört auch beim fahren irgendwie mehr, wenn man so was auf dem Rücken hat. Mit meinem kleinen Boom-Rucksack ist das ok, aber da passt eben auch nur sehr wenig rein. Das mit dem schwitzen merke ich gar nicht mal so sehr beim fahren, aber wenn ich bei meiner S-Bahn-Station ankomme fange ich dermaßen an zu schwitzen, das mir die Brühe nur so den Kopf und am ganzen Körper runterläuft. Der Helm trägt natürlich auch seinen Teil dazu bei. Deshalb bin ich auch froh, dass ich morgens nur eine kleine Strecke fahre, denn sonst müsste ich mich in der Firma irgendwie trocknen, was ein Problem wäre. So komme ich nur Abends verschwitzt zuhause an und da kann man dann ja schnell unters Wasser.

Wo geht’s lang?

Zur Navigation habe ich jetzt eine App mit dem Namen Bike Citizens, die einen ordentlichen Job macht und für jede Strecke drei Optionen anbietet: Gemütlich, Normal und Schnell. Bis auf Normal habe ich schon alles probiert, das werde ich aber auch noch testen. Das funktioniert und bis jetzt bin ich sehr zufrieden damit.

Sancho Poncho.

Was mir noch fehlte war etwas für Regen, bis jetzt habe ich das Rad zuhause stehen gelassen, wenn es regnen sollte. Das wollte ich mir Anfangs erst einmal nicht antun. Nun habe ich mich aber entschieden, statt einer Regenkombi aus Jacke und Überhose einen Poncho zu testen, dieser ist auch gestern gekommen und macht einen guten Eindruck. Es ist ein Poncho von Hock, mal sehen wie das funktioniert.

Autsch!

Einen Sturz habe ich auch schon hinter mich gebracht, da kamen eine Dummheit und ein paar Kleinigkeiten zusammen, die mir ein paar blutige Stellen an Arm und Bein einbrachten, aber schnell wieder ok waren. Mein Problem ist immer noch ein wenig der sichere Stand beim anhalten. Ich wackel da auf einem Fuß balancierend immer noch zu sehr rum und gewöhne mir gerade an, ganz vom Sattel zu steigen und mit beiden Füßen zu stehen. Für den einbeinigen Stand ist der Sattel einfach zu hoch, wenn er richtig eingestellt ist. Viele scheinen da keine Probleme zu haben, ich wackel wie ein Wackeldackel. Zum Sturz führte ein vorangegangener Besuch beim Griechen (Retsina und Ouzo), ein ungeschicktes einlenken beim anhalten wollen und der nicht klappende Stand auf einem Fuß. Zack, umgefallen. Dem Rad ist aber nichts passiert 🙂

Feste treten.

Eine Sache werde ich am Rad wohl noch tauschen müssen: Die Steck-Pedale aus Metall sind zum Teil so scharf, dass ich mit kurzer Hose und ohne Socken mir schon zweimal das Bein und einen Fußknöchel aufgerissen habe. Ich fühle mich auch nicht besonders fest verbunden mit den Pedalen, vom Gefühl her müsste das gummiert sein. Da muss ich noch mal schauen, was es da an Alternativen gibt.

So, nun hoffe ich auf Regen, damit ich meinen Poncho einweihen kann.

Meine Fahrmaschine: Tern Verge s8i.

Vor knapp einer Woche ist endlich meine Fahrmaschine angekommen. Nach über 30 Jahren habe ich wieder ein Fahrrad, das diesen Namen verdient und mich sicher und zuverlässig durch den Alltag bringen soll.

Lange habe ich überlegt, was mir wichtig ist und welches Rad mir die meisten meiner Wünsche erfüllen könnte. Dabei ging es um folgendes:

  • Es sollte im Berufsverkehr transportierbar sein (Bahn und Bus; hier in Hamburg kann man normale Räder erst ab 9 Uhr mitnehmen, Falträder sind aber jederzeit möglich).
  • Es sollte auch für längere Touren am Wochenende oder im Urlaub geeignet sein.
  • Daher sollte es auch problemlos im Auto transportierbar sein.
  • Auch schwereres Gepäck sollte für Touren zu befestigen sein.
  • So leicht wie möglich.
  • Keine Kettenschaltung bitte! Habe ich mich noch nie wohlgefühlt mit.
  • Keine Rücktrittbremse! dto.
  • So viele Gänge wie nötig, aber so wenige wie möglich.
  • Stabil und wendig und so leicht wie möglich.
  • Scheibenbremsen! Felgenbremsen traue ich nicht.
  • So klein wie möglich, aber so groß wie nötig.
  • Keine Experimente! Also keine besonders Design-orientierten oder mit technischen Neuerungen entwickelten Versuchsmaschinen.

Es kamen dann noch eine ganze Reihe kleinerer Punkte dazu, die Liste wurde immer länger, aber dadurch wurde es auch immer schwieriger, geeignete Räder zu finden. Typischerweise – für mich – kam ich dann an einen Punkt, wo ein paar Räder übrig blieben, bei denen jeweils irgendetwas fehlte und ich mich einfach für keins entscheiden konnte. Ein Rad kristallisierte sich aber dann als klarer Favorit für mich heraus: Das Tern Verge s8i. Es schwächelte nur in wenigen Bereichen:

  • Gewicht
  • Faltmaß
  • Preis!
  • P r e i s ! !

Der Preis lag weit über dem, was ich bereit war auszugeben. Daher ließ ich es erst einmal links liegen und konzentrierte mich auf andere Räder. Kurz wollte ich einfach auf Nummer sicher gehen und ein Brompton nehmen. Diese fand ich aber auch viel zu teuer und die Reifen dann doch zu klein. Außerdem auf meiner Liste der möglichen Räder: Birdy, Bernds und ein Tern der Link-Reihe. Aber das Problem blieb, die gut ausgestatteten Räder waren zu teuer (bei einem Birdy oder Bernds landet man auch ganz schnell über 2000 Euro) und die Tern-Link-Räder waren gut, aber nicht gut genug. Da fehlte mir immer irgendetwas.

Was tun? Nach gebrauchten Rädern forschen.

Bei Brompton ist das kein Problem eins zu finden, damit hatte ich aber abgeschlossen. Die Tern-Link-Räder hatte ich auch über. Birdys gab es manchmal, aber meist alte, abgerockte Geräte, während die neueren alle mit Kettenschaltung waren. Auch wieder nichts Passendes über Monate dabei. Einer meiner Favoriten – Bernds – vom Anfang wurde mir irgendwie immer unsympathischer, man kann ja bei jedem Fahrrad genug Negatives finden, aber bei den Bernds konnte ich das nicht ignorieren. Mein Nr. 1 Favorit, das Verge s8i, gabs gebraucht praktisch nicht, und wenn, dann quasi zum Neupreis oder knapp darunter. Ich gab auf und dachte schon, das wird nichts mehr.

Dann stieß ich durch Zufall auf eine Sommeraktion von fahrrad.de: viele Räder sowieso schon günstiger und zusätzlich noch 20 % Rabatt! Geguckt, mein s8i für 1800 und ein paar zerquetschte und dann noch mal minus 20 % – mmmmh, ist mir momentan echt zu teuer, aber was steht da, 0 % Finanzierung für 1 Jahr, das sind schlappe 176 Tacken im Monat, verdammt, das schaffe ich nicht und bedeutet Krach und Ärger zu Hause. Was ist mit 2 Jahren und ganz wenig Zinsen? OK, 79 Euro muss doch machbar sein, schnell bestellen, kann ich ja immer noch stornieren. Durchatmen und sacken lassen. Ich habe gerade mein Traumfahrrad gekauft! Echt jetzt? Das ging jetzt etwas zu gut und schnell.

Die Nacht drüber geschlafen und am nächsten Tag dann noch einmal alles überdacht und zu dem Entschluss gekommen, dass das zwar teuer, aber die beste Lösung für mich darstellt. Kaum Kompromisse und keine verschenkte Investition – vorausgesetzt das Rad ist so gut, wie ich es für den Preis erwarte. Das wird sich zeigen.

Also den Ratenkauf besiegelt und – da Fahrrad.de total überfordert war mit den anscheinend vielen Aufträgen – drei lange Wochen auf die Lieferung gewartet.

Nun ist es also seit knapp einer Woche da. Ich bin mittlerweile erst einmal am Wochenende damit bei uns auf dem Dorf unterwegs gewesen (zum Kennenlernen) und habe es zweimal zur Arbeit mitgenommen und damit in Hamburg benutzt. Der Plan ist der, dass ich Abends das Rad benutze, um knapp 5 km Bahnfahrt zu überbrücken, denn die S-Bahn auf diesem Abschnitt kommt seit einigen Monaten regelmäßig zu spät, wodurch ich meinen Anschluss nicht bekomme und regelmäßig 20 Minuten zu spät zu Hause ankomme. Morgens brauche ich das Rad nicht zwingend, fahre aber eben jetzt zur Bahn und dann in Hamburg vom Bahnhof Dammtor zum Gänsemarkt (Kaffee holen) und dann weiter zur Arbeit. Das spart aber max. 4 Minuten.

Wie ist es nun? Kurz: Es macht irren Spaß, ist aber – nach über 30 Jahren – doch anstrengender als gedacht. Das Rad hilft mir aber nach Kräften. Es ist einfach grandios: Der Gates-Carbon-Riemen lässt sich butterweich und sauber treten (und ist eben auch immer sauber, da ohne Fett), die Alfine-8-Gang-Schaltung schaltet ebenfalls leicht und unauffällig durch, die 20 Zoll Felgen und Ballonreifen laufen ruhig und sicher, die Scheibenbremsen greifen energisch zu. Das ganze Rad fährt sich annähernd wie ein großes und man hat durch den genialen Rahmen keinerlei Wackeln, Knarzen oder Unsicherheiten auch bei schnellem Tempo. Und das Rad hält gut mit! Ich bin nach so langer Zeit natürlich noch sehr vorsichtig unterwegs, maximal den 7. Gang benutze ich, das ist mir aber schon fast zu schnell. Da muss ich noch ein paar Wochen Routine aufbauen. Hamburg ist auch kein ganz ungefährliches Pflaster für Radfahrer, ohne Helm würde ich da nicht fahren wollen. Die 2 Tage mit Regen habe ich das Rad auch lieber stehen gelassen, das muss ich jetzt am Anfang noch nicht haben.

Insgesamt bin ich momentan begeistert von dieser Fahrmaschine, jetzt geht es natürlich auch noch um so Sachen wie:

  • welche Klamotten ziehe ich am besten an?
  • welche Tasche/Rucksack ist für mich am geeignetsten?
  • wie sieht es mit Regensachen aus?

Ich berichte wieder.

Bullet Journal

Seit September 2018 habe ich mit dem Schreiben eines Bullet Journals begonnen, davor war ich ja nur digital unterwegs. Digital war immer schon meine favorisierte Methode, seit ich mich gleich zu Beginn der 1990er Jahre immer mehr darüber ärgerte, wenn ich meine Kalendereinträge vom Vorjahr ins aktuelle Kalenderjahr übertragen musste. Einen klassischen Filofax hatte ich natürlich auch, aber mein erster Casio mit digitalem Kalender und Erinnerungsfunktion machte diesem schnell den Garaus. Seit der Zeit war ich immer digital unterwegs. Im alltäglichen – also möglichst klein – mit Casio, Psion, Palm, Newton und dann endlich mit dem iPhone. Am Desktop mit allem was es so an Software gab.

Ca. 2006 hörte ich dann zufällig von einem Projekt „Kinkless GTD“, welches – vereinfacht gesagt – aus mehreren Scripts bestand, die aus dem Outliner-Programm „Omni-Outliner“ der Omnigroup ein unglaublich einfach aufgebautes, aber extrem leistungsfähiges Aufgabenverwaltungs-Programm machten. Wer die Geschichte dahinter lesen möchte, bei https://shawnblanc.net/2014/03/history-of-omnifocus-for-mac/gibt’s eine gute Auflistung der Anfänge und der Entwicklung. Daraus entstand dann ungefähr 2 Jahre später „OmniFocus“ und das war einfach das Ding für mich.

Aber es entwickelte sich auch eine Art Hassliebe im Laufe der Jahre, denn OmniFocus ist ein sehr komplexes Werkzeug mit einer laaaaaaaangen Lernkurve, die einen dann zwar mit unendlichen Möglichkeiten und jeder nur gewünschten Komplexität belohnt, aber man muss sehr diszipliniert im Umgang mit der Software sein, sonst läuft das schnell aus dem Ruder.

Mir fehlte immer eine gewisse Einfachheit und Eleganz in der Bedienung und Benutzeroberfläche. Daher sah ich mir immer wieder die wie Pilze sprießenden Konkurrenzprodukte an. Ich liste hier nur mal ein paar auf: Things, 2Do, Firetask, Todoist, Meistertask etc pp. Es gibt nahezu unendlich viele, für Desktop, iOS oder als Webanwendung. Wenn man einmal damit anfängt, hört man nicht mehr auf. Und dann die ganze GTD-Philosophie mit ihren unterschiedlichsten Ansätzen und Predigern und Anhängern …

Um es kurzzumachen: Meist bin ich wieder zurück zu OmniFocus, aber momentan bin ich mal wieder sehr glücklich mit Things, welches mich einige Sachen aus OmniFocus vermissen lässt, aber dafür mit der mir sehr angenehmen Einfachheit und der besten UI überzeugt. Schauen wir mal, wie lange.

Im Zusammenspiel mit dem Bullet-Journal schlägt es sich aber sehr gut und ich genieße es tatsächlich zum ersten Mal Aufgaben und Termine schriftlich zu erfassen und sogar zu übertragen. Anfangs ist es etwas schwierig eine passende Ordnung und Struktur zu schaffen, aber ich glaube hier muss man sich tatsächlich auf Neues einlassen und die Art und Weise je nach Laune und Arbeitsaufkommen anpassen und ändern. Meine Wochen und Monate sehen bisher jedenfalls jedesmal anders aus.

Handschriften von Wunderpen

Bereits vor ca. 4 Wochen bin ich über einen Artikel gestolpert, der das Berliner Unternehmen Wunderpen vorstellte. Dort stehen mehrere Maschinen (Roboter), die mit einem (beliebigen?) Stift verschiedenste Materialien beschreiben können. Herauskommen dann wunderschöne, personalisierte Texte, die auch von der Haptik her wie echt geschrieben aussehen und sich anfühlen. Ich habe mir gleich mal eine Mustermappe zuschicken lassen und hatte so auch die Möglichkeit mit Julia Langer, Sales Manager bei Wunderpen, telefonisch zu sprechen.

Nahezu alles ist möglich (siehe Bilder), Kugelschreiber, Füller, Filzstift etc. Das habe ich in der Qualität so noch nicht gesehen und bin begeistert. Als Schrift kann man, neben den bereits zur Verfügung stehenden Schreibschriften, auch eigene Handschriften digitalisieren lassen, die dann ebenso mithilfe der Roboter mit einem Stift direkt auf das gewünschte Medium geschrieben werden.

Beeindruckend fand ich aber auch, dass hier nicht nur kleine Auflagen möglich sind, sondern auch hohe sechsstellige Auflagen – und zwar personalisiert. Da würde ich mir gerne mal die Menge an Maschinen/Robotern ansehen.

Die Fotos zeigen die mir zugeschickte Mustermappe. Die Adresse von Wunderpen: wunderpen.com