Bullet Journal

Seit September 2018 habe ich mit dem Schreiben eines Bullet Journals begonnen, davor war ich ja nur digital unterwegs. Digital war immer schon meine favorisierte Methode, seit ich mich gleich zu Beginn der 1990er Jahre immer mehr darüber ärgerte, wenn ich meine Kalendereinträge vom Vorjahr ins aktuelle Kalenderjahr übertragen musste. Einen klassischen Filofax hatte ich natürlich auch, aber mein erster Casio mit digitalem Kalender und Erinnerungsfunktion machte diesem schnell den Garaus. Seit der Zeit war ich immer digital unterwegs. Im alltäglichen – also möglichst klein – mit Casio, Psion, Palm, Newton und dann endlich mit dem iPhone. Am Desktop mit allem was es so an Software gab.

Ca. 2006 hörte ich dann zufällig von einem Projekt „Kinkless GTD“, welches – vereinfacht gesagt – aus mehreren Scripts bestand, die aus dem Outliner-Programm „Omni-Outliner“ der Omnigroup ein unglaublich einfach aufgebautes, aber extrem leistungsfähiges Aufgabenverwaltungs-Programm machten. Wer die Geschichte dahinter lesen möchte, bei https://shawnblanc.net/2014/03/history-of-omnifocus-for-mac/gibt’s eine gute Auflistung der Anfänge und der Entwicklung. Daraus entstand dann ungefähr 2 Jahre später „OmniFocus“ und das war einfach das Ding für mich.

Aber es entwickelte sich auch eine Art Hassliebe im Laufe der Jahre, denn OmniFocus ist ein sehr komplexes Werkzeug mit einer laaaaaaaangen Lernkurve, die einen dann zwar mit unendlichen Möglichkeiten und jeder nur gewünschten Komplexität belohnt, aber man muss sehr diszipliniert im Umgang mit der Software sein, sonst läuft das schnell aus dem Ruder.

Mir fehlte immer eine gewisse Einfachheit und Eleganz in der Bedienung und Benutzeroberfläche. Daher sah ich mir immer wieder die wie Pilze sprießenden Konkurrenzprodukte an. Ich liste hier nur mal ein paar auf: Things, 2Do, Firetask, Todoist, Meistertask etc pp. Es gibt nahezu unendlich viele, für Desktop, iOS oder als Webanwendung. Wenn man einmal damit anfängt, hört man nicht mehr auf. Und dann die ganze GTD-Philosophie mit ihren unterschiedlichsten Ansätzen und Predigern und Anhängern …

Um es kurzzumachen: Meist bin ich wieder zurück zu OmniFocus, aber momentan bin ich mal wieder sehr glücklich mit Things, welches mich einige Sachen aus OmniFocus vermissen lässt, aber dafür mit der mir sehr angenehmen Einfachheit und der besten UI überzeugt. Schauen wir mal, wie lange.

Im Zusammenspiel mit dem Bullet-Journal schlägt es sich aber sehr gut und ich genieße es tatsächlich zum ersten Mal Aufgaben und Termine schriftlich zu erfassen und sogar zu übertragen. Anfangs ist es etwas schwierig eine passende Ordnung und Struktur zu schaffen, aber ich glaube hier muss man sich tatsächlich auf Neues einlassen und die Art und Weise je nach Laune und Arbeitsaufkommen anpassen und ändern. Meine Wochen und Monate sehen bisher jedenfalls jedesmal anders aus.